RAINWALD-HEXEN Ersingen e.V.

Über uns und wissenswertes…

Wie im Kapitel „Wie alles begann…“ berichtet und nachzulesen, wurden die „RAINWALD-HEXEN Ersingen e.V.“ am 17.11.2015 in Ersingen gegründet. Als eingetragener Verein haben und verfolgen wir nun das Ziel, sich der Förderung der Heimat- und Brauchtumspflege in Anlehnung an das schwäbisch-alemannische Fasnachtsbrauchtum, anzunehmen und zu pflegen. Dadurch findet der überwiegende Teil unserer Termine auch in der Zeit der Fasnet, vom 06. Januar bis Aschermittwoch, statt

„SOCIETAS ET GAUDIUM“…
Unsere Maxime lautet „SOCIETAS ET GAUDIUM“, stammt aus dem lateinischen, steht für „Gemeinschaft und Spaß“ und ist Bestandteil unseres Vereinswappens. Sie ist oberster Grundsatz unseres „Wollens und Handelns“. Damit möchten wir auch die im Rahmen unserer Vereinsgemeinschaft gelebte Freude an der Tradition der Fasnet zum Ausdruck bringen – „Jedem zur Freud und niemand zu Leid“

Die Sage…
Unser bzw. unsere „Häs“ und Kostüme, greifen die örtliche Sage vom „Rainmännle und seinen drei Töchtern“ auf, welche in den Figuren „RAINMÄNNLE„, „TÖCHTERLE“ und „RAINWALD-HEXE“ dargestellt werden. Dadurch werden wir auch einem wesentlichen Punkt im Hinblick auf die brauchtumspflege der schwäbisch-alemannische Fastnacht gerecht

Eine „neue Hex“ geht um…
Am 04.02.2016 konnten wir uns der Öffentlichkeit erstmals präsentieren. Im Rahmen einer kleinen Feierlichkeit, präsentierten wir im Landgasthof Amtskeller in Ersingen unser „Häs“ der RAINWALD-HEXE. Im Beisein unserer „Paten“, den „Schildwach-Hexen Bilfingen“ und den „Dennacher Troll„, erzählten wir die Geschichte unserer Hexe und erläuterten die Hintergründe und Bedeutung unserer Larve und unserem Kostüm. Eine besondere Verbundenheit besteht im Übrigen zu den „Dennacher Troll“, die uns bei unserer Vereinsgründung stets mit gutem Rat unterstützt haben

Narrenruf, „Fasnetzeit – Hexazeit“…
Unser Narrenruf wird 3 mal im Wechsel gerufen und lautet „Fasnetzeit – Hexazeit“.  Als weiterer Narrenruf ist auch noch
„´d Fluch isch rum – ´d Hex geht um“ erlaubt, jedoch wird dieser dann nur einmal gerufen

„RAINMÄNNLE“ und „TÖCHTERLE“ kommen hinzu…
Seit dem 22.02.2017 ist die Geschichte vom „Rainmännle und seinen drei Töchterle“ komplett – zu der Figur der „RAINWALD-HEXE“ kommen das „RAINMÄNNLE“ und die „TÖCHTERLE“ hinzu. Feierlich wurden das „Häs“ beider Figuren im Bürgerhaus unseren Mitgliedern sowie den geladenen Gästen präsentiert – um dann am 26.02.2017 erstmals beim großen Faschingsumzug der K.G. Fledermaus in Ersingen mitzuwirken und sich der Öffentlichkeit zu präsentieren

Wissenswertes über unsere Vereinsstruktur…
Unser Verein fußt auf der Vereinssatzung, welche von den Gründungsmitgliedern im Rahmen der Gründungsversammlung vom 17.11.2015, verabschiedet wurde. Hinzukommt die zugehörige, jeweils gültige Vereinsordnung. Während innerhalb der Vereinssatzung „grundsätzliches“ wie die Vereinsstruktur, Vorstandschaft usw. geregelt ist, hat die Vereinsordnung die Aufgabe, die wesentlichen Dinge unseres Vereinslebens festzuhalten und – wie beispielsweise unsere „Häs“ – vorzugeben. Mit Eintritt in unseren Verein, verpflichtet sich jedes Mitglied, die Vereinssatzung und Vereinsordnung anzuerkennen

Das „Häs“ der „Hästräger“…
Das „Häs“ ist dem „Hästräger“ sehr wichtig, die anfallenden Kosten für das „Häs“, werden vom „Hästrägern“ selbst getragen. Während die „Häs“ der Figuren „RAINWALD-HEXE“ und „RAINMÄNNLE“ auch eine Larve (Holzmaske) haben, hat das Kostüm des „TÖCHTERLE“, keine solche. Aufgrund der fehlenden Larve (Holzmaske), ist dieses damit in der Anschaffung deutlich günstiger als die „Häs“ der RAINWALD-HEXE oder dem RAINMÄNNLE.
Damit fallen – neben dem jährlichen Mitgliedsbeitrag, welcher sowohl von aktiven als auch von passiven Mitgliedern zu entrichten ist – für die „Hästräger“ noch die Kosten für deren Larve (Holzmaske) sowie das Kostüm an. Das „Häs“ gehört also grundsätzlich dem Hästräger, der Verein selbst behält jedoch die Rechte an diesem, was wiederum in der Vereinssatzung und -Ordnung, entsprechend geregelt ist. Getragen werden darf das „Häs“ und das Kostüm des „TÖCHTERLE“, auch nur in der Zeit „Häsabstauben“ bis „Aschermittwoch“. Allerdings unter der Voraussetzung, dass es vom „Häswart“ für die anstehende Kampagne überhaupt freigegeben wird. Ausnahmen stellen lediglich besondere Veranstaltungen wie beispielsweise Hochzeiten dar, jedoch dann immer und ausschließlich ohne Larve (Holzmaske)

Anzahl der „Hästräger“…
Die Anzahl der „Hästräger“ ist gemäß Vereinsordnung begrenzt auf 36, unterteilt in 27 „RAINWALD-HEXEN“ und 9 „RAINMÄNNLE“. Besonderheit dabei ist, dass das Kostüm des „RAINMÄNNLE“ immer erst nach 3 „RAINWALD-HEXEN“ vergeben und besetzt werden darf. Die Anzahl der Kostümträger „TÖCHTERLE“ ist zwar nicht begrenzt, jedoch wird die Vorstandschaft dies in einem ausgewogenen Verhältnis zu den „Hästrägern“ halten.

„Häsabstauben“
Das traditionelle „Häsabstauben“ findet immer am 06. Januar (Heilige drei Könige) statt. Damit beginnt für uns dann (endlich) die närrische Zeit der Fasnet. Im Rahmen einer kleinen, feierlichen Zeremonie, wird dabei vom „Häswart“ das „Häs“ eines jeden „Hästrägers“ gesichtet und nach den Vorgaben der Vereinsordnung geprüft und für die anstehende Kampagne freigegeben

„Maskentaufe“…
Anders als üblich, werden unsere „neuen Hästräger“ nicht am 06. Januar, sondern immer (erst) am Faschingssonntag getauft. Feierlich im Rahmen einer fest vorgegebenen Zeremonie, erfolgt die „Taufe“ mit zugehörigem „Taufspruch“ getrau dem Motto „Jedem zur Freud und niemand zu Leid“.
Die Maskentaufe wird entweder von einer Ober-Hexe oder vom Zunftmeister (1. Vorstand) durchgeführt

„Hexa“ und die „Fledermaus“…
Die „K.G. „Fledermaus“ Ersingen e.V.“ (Fledermaus) und die „RAINWALD-HEXEN Ersingen e.V.“ (HEXA), sind grundsätzlich zwei von einander unabhängige Vereine.
Beide Vereine haben sich der Traditions- und Brauchtumspflege verschrieben – die HEXA dem schwäbisch-alemannischen Fasnachtsbrauchtum zugewandt, die Fledermaus dem rheinischen Karneval.
Von Beginn an bestand und besteht bis heute, eine gute und freundschaftliche Verbundenheit zu- und miteinander

Mitgliederversammlung…
Die Mitgliederversammlung ist ein wesentliches Organ unseres Vereins. Sie wird von der Vorstandschaft einberufen und findet am Wochenende (Freitag oder Samstag) fünf Wochen nach Fastnacht statt

Wissenswertes zur schwäbisch-alemannische Fastnacht
Die schwäbisch-alemannische Fastnacht hat ihre Wurzeln im südwestdeutschen Raum und Teilen der Schweiz. Sie wird grundsätzlich als Fasnet, Fasnacht oder Fasent bezeichnet. Sie grenzt sich vom eher rheinisch geprägten Karneval ab und ist als solches auch als eigenständige Form etabliert. Während der Karneval im 18. Jahrhundert eine neue Form der Fastnacht entwickelte und auch die schwäbisch-alemannische Fastnachtslandschaft darauf einschwenkte, besann die schwäbisch-alemannische Fastnacht sich dann aber im 20. Jahrhundert auf ihre Traditionen der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen „Fastnacht“. Charakteristisch ist dabei die Vermummung der Teilnehmer mit „Larven“, die meist aus Holz bestehen. Die Kostümträger („Hästräger“) wechseln ihre Verkleidung (Häs) nicht von Jahr zu Jahr, sondern behalten sie immer bei. In manchen Gegenden ist es sogar üblich, sie über Generationen zu vererben.

Wie der Karneval, hat auch die schwäbisch-alemannische Fastnacht ihren Ursprung in Festen die dazu dienten, verderbliche Lebensmittel vor Beginn der Fastenzeit aufzubrauchen. Ergänzend zu diesem exzessiven Nahrungsmittelkonsum. etablierten sich dann ab dem 14. Jahrhundert Bräuche wie Tänze und Umzüge.

Traditionell beginnt die schwäbisch-alemannische Fasnacht nach Ende der weihnachtlichen Festtage am 6. Januar, also an „Heilige drei Könige“. Nach altem Brauch findet dann das „Häsabstauben“ statt, danach beginnen dann erste Veranstaltungen und Umzüge. Aus diesem Grunde gilt der 06. Januar als Fastnachtsbeginn vielen schwäbisch-alemannischen Narren als wesentliches Unterscheidungsmerkmal zum Karneval, der ja bereits im Vorjahr am 11.11. beginnt. Leider aber, wie der Karneval, endet auch die schwäbisch-alemannische Fastnacht dann jedes Jahr am Aschermittwoch – um dann im Folgejahr wieder am 06. Januar mit dem „Häsabstauben“ aufs neue zu beginnen.

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