RAINWALD-HEXEN Ersingen e.V.

Ersingen hat einen neuen eingetragenen Verein: Die „RAINWALD-HEXEN“

Hexen und Hexeriche führen bekanntlich ein freies und turbulentes Leben. Aber auch sie haben ihre Rechten und Gesetze. Und manchmal bedienen sich die wilden Gestalten auch ganz menschlicher Regeln. Des Bürgerlichen Gesetzbuchs zum Beispiel. So hat es jetzt eine Gruppe von Hexen und Hexeriche aus Ersingen getan. Sie haben die „RAINWALD-HEXEN“ als eingetragenen Verein gegründet und sind damit das jüngste Mitglied der großen Kämpfelbacher Vereinsfamilie . „Pünktlich zum Höhepunkt der Fastnacht kam dieser Tage vom Amtsgericht Mannheim die Bestätigung, dass wir nun im Vereinsregister eingetragen sind“, freut sich Simon Becht, Gründungsmitglied und Vorsitzender der „RAINWALD-HEXEN“. Gemeinsam mit den weiteren Vorstandmitgliedern Matthias Bossert, Roland Wahl, Bettinga Bossert, Sonja Wahl und Christian Braun stellte Becht im Rahmen einer Feierstunde den neuen Verein vor. Sonja Wahl, seit Jahrzehnten aktiv im Ersinger Hexenleben, war eine treibende Kraft bei der Vereinsgründung und begleitet nun das wichtige Vereinsamt der „Oberhexe“.gemeindeblatt

Die Freude am närrischen Treiben und die karnevalistische Brauchtumspflege sollen bei den „RAINWALD-HEXEN“ Hand in Hand gehen. „Von Beginn unserer Überlegungen, einen eingetragenen Verein zu gründen, war es unser Ziel, eine „Traditionsgruppe“ aufzubauen, die sich der Förderung der Heimat- und Brauchtumspflege in Anlehnung an die schwäbisch-alemannische Fastnacht annimmt“, sagt Simon Becht. Dazu gehört auch ein einheitliches „Outfit“ mit hölzerner Maske und Narrenkostüm, im Zusammenhang mit der Fastnacht „Häs“ genannt. Klar, dass auch die Figur der „RAINWALD-HEXE“ Bezug auf die heimische Sagenwelt nimmt. Sie knüpft an die Erzählung vom „Rainmännle“ und seinen drei Töchtern an, die in einer Höhle im Ersinger Rainwald (einem Waldstück zwischen der heutigen Kreisstraße nach Birkenfeld und der Bundesstraße 10) gelebt haben sollen. Die Geschichte an sich ist schaurig: Der Vater, das „Rainmännle“, verbietet seinen Töchtern, zum Tanz zu gehen. Die Töchter gehen dennoch, der Vater ist tief wütend und tötet in seinem Zorn die jungen Frauen. Diese hausen seither als unsichtbare „Geisterwölfe“ im Rainwald. Nur in der Fasnetzeit zwischen dem Fest der Heiligen drei Könige und Aschermittwoch kehren sie wieder in das irdische Leben zurück, um als Hexen am fröhlichen Treiben teilzunehmen, berichtet die Sage. Das Häs der neuen „RAINWALD-HEXEN“ spiegelt viele Details der Geschichte wieder. „Dies Maske stellt eine ausgesprochen fröhliche Hexe dar, die sich über die Teilnahme an der Fasnet freut“, so Simon Becht. Die „dunkleren“ Seiten der Sage zeigen sich etwa in der roten Schürze als Zeichen für das vergossene Blut der jungen Frauen, der schwarze Rock steht für die Zeit der Trauer und die Fellapplikationenen sind ein Verweis auf den Geisterwolf. Das Wappen stellt symbolisch den Wald und das Löchle dar, drei Tatzenabdrücke verweisen auf die Töchter. Leitspruch der „RAINWALD-HEXEN“ ist „Societas et Gaudium – Gemeinschaft und Fröhlichkeit“. Ihr Schlachtruf lautet: „Fasnetzeit – Hexazeit“. Zu den „RAINWALD-HEXEN“ gehört auch eine Musikabteilung – die „RAINWALD-HEXENMUSIKER“.

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